Der Wert des Menschen

Land/Jahr Frankreich 2015
Regie Stéphane Brizé
Darsteller Vincent Lindon, Karine de Mirbeck, Matthieu Schaller u.a.
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe Sehenswert ab 14

Thierry ist über 50, seit eineinhalb Jahren arbeitslos und kämpft mit seiner Familie gegen den sozialen Abstieg. Der semidokumentarische Film folgt ihm durch die unschöne Welt der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und demonstriert beiläufig die gnadenlosen Mechanismen, denen zwischenmenschliche Beziehungen im Rahmen moderner Arbeitswelten unterworfen werden. Der großartige Hauptdarsteller Vincent Lindon macht daraus ein packendes Drama über die Selbstachtung des Menschen. 

Ein gelernter Maschinist Anfang 50 hat seit eineinhalb Jahren keinen Job mehr. Obwohl er vom Arbeitsamt zu Fortbildungen genötigt und in zahllosen Kursen trainiert wird, findet er keine Anstellung. Erst als er sich mit einer unqualifizierten Tätigkeit zufriedengibt, wird er als Kaufhausdetektiv eingestellt. Mit geradezu ethnologischem Interesse seziert das in ruhigen, beobachtenden Bildern fotografierte Drama die Demontage eines starken Charakters, der die vielen Demütigungen stoisch-demütig über sich ergehen lässt, ohne seine Würde zu verlieren. Eine formal strenge, fast philosophische Mediation über menschlich-moralische Kosten unseres Wirtschaftssystems.

Kinotipp der katholischen Filmkritik 306/März 2016

Film des Monats (CH) – Februar 2016